AHVx13: Gute Sache für alle!

Seit Jah­ren wer­den für die Top­ver­die­ner, die Ver­mö­gen­den und die Unter­neh­men die Steu­ern in Mil­li­ar­den­hö­he gesenkt. Die brei­te Bevöl­ke­rung indes geht immer leer aus. Mehr noch: Sie zahlt drauf, weil Mie­ten, Lebens­hal­tungs- und Gesund­heits­ko­sten anstei­gen. Daher ist es Zeit, etwas für die tie­fen Ein­kom­men und die Mit­tel­klas­se zu tun. Die 13. AHV-Ren­te bie­tet eine gute Chan­ce dazu. Denn davon pro­fi­tie­ren alle, die Alten und die Jungen!

Die Pen­sio­nier­ten pro­fi­tie­ren, weil sie rasch eine Ren­ten­auf­bes­se­rung bekom­men. Eine Mehr­heit von ihnen benö­tigt die­sen Zustupf drin­gend. Denn zum einen ver­lie­ren die AHV-Ren­ten seit Jah­ren an Kauf­kraft. Zum ande­ren sind die Ren­ten aus der Beruf­li­chen Vor­sor­ge (BVG) bei wei­tem nicht so gut, wie es einst ver­spro­chen wor­den war.

Die arbei­ten­de Bevöl­ke­rung wie­der­um pro­fi­tiert, weil sie sich mit der 13. AHV-Ren­te eine bes­se­re Alters­vor­sor­ge sichert. Das ist auch für die Jun­gen wich­tig. Erstens ist kein Ver­lass auf das BVG. Die Pen­si­ons­kas­sen­ren­ten sind in den letz­ten Jah­ren mas­siv gesun­ken, wäh­rend die BVG-Bei­trä­ge gestie­gen sind. Mit der 13. AHV-Ren­te kön­nen wir die­se Fehl­ent­wick­lung kor­ri­gie­ren. Zwei­tens dür­fen die Jun­gen nicht ver­ges­sen: Sagen sie Nein zu mehr AHV, haben sie selbst im Alter eben­falls nur eine schlech­te Rente.

Der AHV geht es gut!

Ent­ge­gen der Panik­ma­che der Bür­ger­li­chen kön­nen wir uns die 13. AHV-Ren­te pro­blem­los lei­sten. Im AHV-Fonds lie­gen heu­te 50 Mil­li­ar­den Fran­ken. So viel wie noch nie! Zudem schreibt die AHV laut offi­zi­el­len Pro­gno­sen min­de­stens bis 2030 Über­schüs­se, sodass noch wei­te­re 20 Mil­li­ar­den an Reser­ven hin­zu­kom­men. Damit ist die 13. AHV-Ren­te auf Jah­re hin­aus gesichert.

Die Rei­chen zahlen

Falls es in zehn oder fünf­zehn Jah­ren tat­säch­lich mehr Geld braucht, reicht ein zusätz­li­cher Lohn­bei­trag von 0,35% für die Arbeit­neh­men­den. Das bela­stet nicht die Jun­gen, son­dern die hohen Ein­kom­men: Sie zah­len wegen den unpla­fo­nier­ten Abzü­gen viel mehr ein, als sie je zurück­be­kom­men, und finan­zie­ren damit die AHV-Ren­ten für die brei­te Bevöl­ke­rung. Das ist auch der Grund, wes­halb die AHV für 90 Pro­zent der Men­schen die gün­stig­ste Alters­vor­sor­ge ist: Weil sie dank der Umver­tei­lung von oben nach unten weni­ger ein­zah­len müs­sen, als sie spä­ter an Ren­te erhalten.

Anders gesagt: Es sind die rei­chen Jun­gen und die rei­chen Alten, die für alle ande­ren mit­zah­len. Das ist sozi­al und gerecht! Dar­um sag­te einst Bun­des­rat Tschu­di, Vater der AHV: „Die Rei­chen brau­chen kei­ne AHV. Aber die AHV braucht die Reichen!“

Autor: Wal­ter Lan­gen­eg­ger
Gra­fik: SGB
Auf­ge­schal­tet: NAU, 27.2.2024

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